Wer seine Hörgewohnheiten wirklich verstehen will, braucht mehr als nur die API. stats.fm schliesst die Lücken, die Spotify offen lässt.
Was ist stats.fm?
stats.fm (ehemals Spotistats) ist eine Plattform, die Spotify-Nutzern detaillierte Einblicke in ihre Hörgewohnheiten gibt. Top-Tracks, Top-Künstler, Top-Genres, Listening Clock, Audio-Analyse. Alles, was Spotify selbst nur einmal im Jahr mit Wrapped liefert, liefert stats.fm das ganze Jahr über.
Das klingt erst mal nach „noch ein Dashboard“. Ist es aber nicht. stats.fm löst ein konkretes Problem, das jeder kennt, der mit der Spotify API gearbeitet hat.
Das Problem mit der Spotify API
In meinem Lab nutze ich die Spotify API über einen MCP-Server, um Hördaten direkt ins Obsidian Brain zu bringen. Listening Logs, Playlist-Exports, Artist-Profile. Das funktioniert solide. Aber die API hat harte Grenzen.
Die wichtigsten Limitierungen:
| Limitation | Spotify API | stats.fm |
| Letzte Songs | Max. 50 Tracks | Komplette History |
| Zeiträume | 3 fixe Ranges (4 Wochen, 6 Monate, All-Time) | Beliebige Custom Ranges |
| Listenlänge | Max. 99 Items | 10’000+ Items |
| Lifetime History | Nicht verfügbar | Via Spotify-Datenexport importierbar |
| Genre-Analyse | Nur auf Artist-Level | Detailliert auf Track-Level |
| Listening Clock | Nicht vorhanden | Wann hörst du was? |
| Social | Keine Vergleiche | Freunde vergleichen |
Die Spotify API gibt dir einen Snapshot. stats.fm gibt dir das Gesamtbild.
Lifetime Streaming History: Das Killer-Feature
Der grösste Unterschied liegt in der Lifetime History. Spotify speichert intern deine komplette Hörgeschichte. Über die API gibt es aber nur die letzten 50 gespielten Tracks. Alles andere bleibt hinter verschlossenen Türen.
stats.fm löst das elegant. Du forderst bei Spotify deinen Datenexport an (Datenschutz-Anfrage, dauert ein paar Tage). Dann importierst du die JSON-Dateien in stats.fm. Von dem Moment an hält stats.fm deine History automatisch aktuell; etwa alle 100 Minuten wird synchronisiert.
Das Ergebnis: Du siehst nicht nur, was du letzte Woche gehört hast. Du siehst, was du 2019 im Sommer gehört hast. Welcher Artist dich durch eine bestimmte Phase begleitet hat. Wie sich dein Geschmack über Jahre verändert hat.
Mein Profil: stats.fm/user/116681004
Wo stats.fm die API ergänzt
Ich sehe stats.fm nicht als Ersatz für die direkte API-Nutzung. Sondern als Ergänzung. Beide haben ihre Stärke.
API-Stärken (was ich weiterhin direkt nutze)
- Playback Control: Play, Pause, Skip direkt aus dem Terminal
- Echtzeit-Daten: Was läuft gerade? Was kommt als nächstes?
- Playlist-Management: Playlists erstellen, Tracks hinzufügen, exportieren
- Automatisierung: Listening Logs automatisch ins Brain schreiben
- Artist/Track-Metadaten: Detaillierte Infos on demand abrufen
stats.fm-Stärken (was die API nicht kann)
- Langzeit-Analyse: Trends über Monate und Jahre erkennen
- Custom Zeiträume: „Was habe ich im Februar 2024 gehört?“ ist eine Frage, die die API nicht beantworten kann
- Listening Clock: Wann höre ich Musik? Morgens anders als abends?
- Genre-Trends: Wie hat sich mein Geschmack verändert?
- Vergleiche: Wie ähnlich ist mein Geschmack zu dem meiner Freunde?
- Audio-Analyse: Wie energetisch, tanzbar, instrumental ist meine Musik?
Der praktische Stack
In der Praxis sieht mein Setup so aus:
- Spotify MCP Server (API) für die tägliche Arbeit: Listening Logs, Playlist-Exports, Artist-Profile ins Brain schreiben
- stats.fm für die Reflexion: Monatliche und jährliche Hör-Reviews, Trend-Analysen, Entdeckungen nachverfolgen
- Obsidian Brain als zentrale Ablage: Alles fliesst in Markdown-Notizen zusammen
Die API ist der Motor. stats.fm ist das Dashboard. Das Brain ist das Gedächtnis.
stats.fm Plus: Lohnt sich das?
stats.fm bietet ein kostenloses Tier und ein Plus-Abo. Die Gratis-Version reicht für die Basics. Plus schaltet unter anderem folgende Funktionen frei:
- Erweiterte Listen: Über 10’000 Top-Tracks, Artists und Alben
- Gesamtminuten: Total Minutes Listened über alle Zeiträume
- Erweiterte Charts: Detailliertere Visualisierungen
Für gelegentliches Reinschauen reicht Free. Wer regelmässig seine Hördaten analysiert, kommt um Plus kaum herum. Es ist ein Einmalkauf, kein Abo.
Fazit
Die Spotify API ist mächtig für Automatisierung und Echtzeit-Daten. Aber sie ist blind für die Vergangenheit und limitiert in der Analyse. stats.fm füllt genau diese Lücke: Lifetime History, flexible Zeiträume, visuelle Analyse.
Wer Musik nicht nur hören, sondern verstehen will, braucht beides.
Hello, my name is Ralph. I am a Digital Stuntman. Ecosystem Manager. and Director of Studies at the University of Applied Sciences HWZ, Zurich. This is my Digital Playground especially for topics from my lectures in the Master of Advanced Studies in Digital Business.
